Keyword-Recherche: der Prozess in 6 Schritten
Wie du eine Keyword-Recherche machst, die wirklich Kunden bringt. Der komplette Prozess von Seed-Keywords über Suchintention bis Clustering, mit den richtigen Tools, dem Long-Tail-Vorteil und der Recherche für die KI-Suche.

Keyword-Recherche ist der Punkt, an dem gutes SEO gewonnen oder verloren wird. Nicht das schönste Design und nicht der längste Text entscheiden, ob du gefunden wirst, sondern ob du auf die Begriffe optimierst, die deine Kunden wirklich in Google und in KI-Tools eintippen.
Die meisten Anleitungen enden bei "gib dein Thema in ein Tool ein und nimm die Keywords mit hohem Volumen". Das ist der Fehler. Ein Tool spuckt dir Zahlen aus, aber es sagt dir nicht, welche Keywords zu deinem Angebot passen, welche Suchintent haben, der zu einem Kunden führt, und welche du realistisch gewinnen kannst.
Dieser Artikel zeigt dir den kompletten Prozess in sechs Schritten, so wie wir ihn bei INSYNC anwenden. Inklusive unserem Reverse-Engineering-Vorgehen, mit dem wir die Suchergebnisse auseinandernehmen, bevor wir eine einzige Zeile schreiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Keyword-Recherche ist die Suche nach den Begriffen, die deine Kunden wirklich in Google, ChatGPT und Co. eintippen, plus deren Einordnung nach Suchintention. Sie steht am Anfang jeder SEO-Arbeit.
- Suchvolumen ist nicht das Ziel. Die Suchintention entscheidet. Ein Keyword mit 100 Suchen im Monat und klarer Kaufabsicht ist mehr wert als eines mit 10.000, die nur stöbern.
- Long-Tail schlägt Short-Tail für B2B. Rund 70 % aller Suchanfragen sind Long-Tail, spezifischer, weniger umkämpft und mit höherer Conversion. Nur rund 2,8 % aller Suchen bestehen aus einem einzigen Wort.
- Der Prozess in sechs Schritten: Seed-Keywords sammeln, mit Tools erweitern, Suchintention klassifizieren, Volumen und Difficulty bewerten, zu Themen clustern, auf Seiten mappen.
- Die KI-Suche verschiebt die Regeln: Prompts an ChatGPT sind im Schnitt rund 23 Wörter lang statt 4 bei Google, und rund 15 % der täglichen Suchen sind komplett neu, ohne historisches Volumen. Denke in Fragen und Themen, nicht in Einzelwörtern.
Was ist Keyword-Recherche?
Keyword-Recherche, auch Keyword-Analyse, ist die systematische Suche nach den Begriffen, die deine potenziellen Kunden tatsächlich in Suchmaschinen eingeben, und deren Einordnung nach Relevanz und Suchabsicht. Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste, auf die du deine Seiten und Inhalte ausrichtest. Sie steht am Anfang fast jeder SEO-Arbeit, denn ohne sie optimierst du auf gut Glück.
Ein Keyword ist dabei nicht nur ein einzelnes Wort. Es ist jede Wortgruppe oder Frage, mit der jemand nach einer Information, einem Produkt oder einer Dienstleistung sucht. Der eigentliche Wert entsteht nicht durch das Wort selbst, sondern durch die Frage dahinter: Was will diese Person gerade wirklich, und ist meine Seite die beste Antwort darauf?
Warum Suchintention wichtiger ist als Suchvolumen
Der häufigste Anfängerfehler ist, nur auf das Suchvolumen zu starren. Ein Keyword mit 10.000 Suchen im Monat sieht verlockend aus, bringt aber nichts, wenn die Menschen dahinter nur stöbern und nie kaufen. Ein Keyword mit 100 Suchen und klarer Kaufabsicht bringt dir mehr echte Anfragen.
Hinter jeder Suche steht eine Absicht, die Suchintention oder der Search Intent. Google und die KI-Systeme sind heute extrem gut darin, diese Absicht zu erkennen und genau die Seiten zu zeigen, die dazu passen. Deshalb entscheidet die Intention, nicht das Volumen, ob eine Seite rankt und ob der Traffic konvertiert. Man unterscheidet klassisch drei Grundtypen:
Die drei Typen der Suchintention
| Typ | Absicht | Beispiel |
|---|---|---|
| Informational | Eine Frage klären, etwas verstehen | „was ist keyword-recherche" |
| Transaktional | Etwas kaufen, anfragen, abschließen | „b2b website erstellen lassen" |
| Navigational | Eine bekannte Marke oder Seite finden | „insync webdesign kontakt" |
Keyword-Recherche in 6 Schritten
Es gibt viele Methoden, aber im Kern läuft jede saubere Keyword-Recherche über dieselben sechs Schritte. Fang breit an, sammle möglichst viele Ideen, und filtere dann konsequent nach Intention, Machbarkeit und Wert. Der Fehler liegt fast nie im Sammeln, sondern im zu frühen Aussortieren.
Schritt 1: Seed-Keywords sammeln
Seed-Keywords sind deine Startbegriffe, die groben Themenbereiche deines Geschäfts. HubSpot nennt sie Topic Buckets. Sammle fünf bis zehn davon, ganz ohne Tool, aus dem Kopf und aus dem echten Kundenkontakt. Frag dein Vertriebs- und Serviceteam, mit welchen Worten Kunden ihr Problem beschreiben. Genau diese Sprache willst du treffen, nicht deinen internen Fachjargon.
Schritt 2: Keywords mit Tools erweitern
Jetzt machst du aus wenigen Seeds hunderte Ideen. Der Google Keyword-Planer liefert Suchvolumen und CPC, kostenlos mit Google-Ads-Konto. Google Suggest (die Autovervollständigung) und die „ähnliche Suchanfragen" am Seitenende zeigen echte Nutzerformulierungen. Google Trends deckt saisonale Verläufe auf. Für Fragen sind AnswerThePublic und AlsoAsked stark, sie liefern die W-Fragen rund um ein Thema. Wer tiefer geht, nutzt Suiten wie Sistrix, Semrush oder Ahrefs, die zusätzlich Keyword Difficulty und Wettbewerbsdaten liefern. Vergiss auch Autosuggest von YouTube, Amazon und Bing nicht, dort suchen Menschen anders als in Google.
Schritt 3: Suchintention klassifizieren
Geh deine Liste durch und markiere jedes Keyword als informational, transaktional oder navigational. Der schnellste Test: Gib das Keyword bei Google ein und schau, was rankt. Sind es Ratgeber und Definitionen, ist die Intention informational. Sind es Produkt- und Angebotsseiten, ist sie transaktional. Die Suchergebnisse selbst verraten dir Googles Urteil über die Absicht, du musst es nicht raten. Dieser Schritt entscheidet später, welche Art von Seite du überhaupt baust.
Schritt 4: Volumen und Difficulty bewerten
Jetzt kommen die Zahlen. Zwei Werte zählen: das monatliche Suchvolumen (wie oft wird gesucht) und die Keyword Difficulty (wie stark ist der Wettbewerb). Die Idealkombination ist relevant, gutes Volumen und niedrige Difficulty, aber die ist selten. Für neue oder kleine Websites gilt eine klare Faustregel: Fang bei den leichten Keywords an, oft Long-Tail, und arbeite dich zu den schweren hoch. Ein erster Platz bei einem Nischen-Keyword bringt mehr als Platz 40 bei einem umkämpften Head-Term.
Schritt 5: Keywords zu Themen clustern
Google denkt heute nicht mehr in einzelnen Keywords, sondern in Themen. Deshalb gruppierst du Keywords, die dieselbe Intention und dasselbe Thema teilen, zu Clustern, auch wenn die Formulierung ganz anders ist. „b2b website kosten", „was kostet eine firmenwebsite" und „preis webdesign agentur" gehören in ein Cluster, weil dieselbe Frage dahintersteht. Ein Cluster wird später eine Seite. So vermeidest du, dass mehrere deiner Seiten sich gegenseitig um dasselbe Keyword Konkurrenz machen, den sogenannten Keyword-Kannibalismus.
Schritt 6: Keywords auf Seiten mappen
Der letzte Schritt macht aus der Recherche einen Plan. Jedes Cluster bekommt genau eine Zielseite, und die Intention des Clusters bestimmt den Seitentyp. Transaktionale Cluster werden Leistungs- oder Angebotsseiten. Informationale Cluster werden Ratgeber- oder Wissensartikel. Das Ergebnis ist eine Keyword-Map: eine Tabelle, die jedem Cluster eine URL, ein Haupt-Keyword und einen Seitentyp zuordnet. Diese Map ist der Bauplan für deine gesamte Website-Struktur.
Short-Tail vs. Long-Tail: warum die Nische gewinnt
Short-Tail-Keywords sind kurz und breit, etwa „website" oder „anwalt". Sie haben hohes Volumen, aber brutalen Wettbewerb und unklare Intention. Long-Tail-Keywords sind länger und spezifischer, etwa „b2b website für maschinenbau erstellen lassen". Sie haben weniger Volumen, aber weniger Konkurrenz, klarere Absicht und deutlich höhere Conversion.
Die Zahlen sprechen für Long-Tail: Rund 70 % aller Suchanfragen sind Long-Tail, nur rund 2,8 % bestehen aus einem einzigen Wort, und die große Mehrheit aller Google-Suchen hat mindestens vier Wörter. Wer eine Person mit „anwalt strafrecht münchen" erreicht, gewinnt einen wahrscheinlicheren Kunden als mit „anwalt". Gerade im B2B, wo Zielgruppen klein und Anfragen wertvoll sind, ist Long-Tail fast immer der bessere Hebel.
Unser Vorgehen: die Suchergebnisse zerlegen
Tools liefern Zahlen, aber die ehrlichste Quelle sitzt direkt vor dir: die Suchergebnisseite selbst. Bevor wir eine Seite bauen, googeln wir das Ziel-Keyword und zerlegen, was schon rankt. Welche Seitentypen stehen oben, Ratgeber oder Angebote? Welche Unterthemen decken alle Top-Treffer ab, welche fehlen? Welche Fragen stellt Google in „Nutzer fragen auch"? So sehen wir die tatsächliche Intention und die Messlatte, statt sie zu raten.
Genau dieses Reverse-Engineering ist der Kern unserer Arbeit. Wir schreiben keine Seite, ohne vorher verstanden zu haben, warum die aktuellen Gewinner gewinnen. Das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die auf Verdacht optimiert ist, und einer, die gezielt die Lücke füllt, die der Wettbewerb offen lässt.
Keyword-Recherche für die KI-Suche (GEO)
Die KI-Suche verändert die Recherche grundlegend, ersetzt sie aber nicht. Drei Verschiebungen sind für dich wichtig. Erstens: Prompts sind lang und ganzsätzlich. Eine Anfrage an ChatGPT ist im Schnitt rund 23 Wörter lang, eine Google-Suche etwa 4. Menschen fragen ganze Fragen wie „welches crm für eine 30-köpfige b2b-agentur mit hubspot-anbindung unter 150 euro pro nutzer". Das ist Long-Tail in Reinform, nur noch extremer.
Zweitens: Es gibt kein historisches Volumen mehr für alles. Rund 15 % der täglichen Suchen sind komplett neue Anfragen ohne Verlaufsdaten, in der KI-Suche noch mehr. Reine Volumen-Tools laufen hier ins Leere. Du musst in Themen und Fragen denken, nicht in Einzel-Keywords mit Volumen-Label.
Drittens: Ergänze deine Recherche um echte Kundenfragen und die Prompts, mit denen Menschen dein Problem beschreiben. Frag die KI-Systeme selbst, welche Fragen rund um dein Thema kommen, und decke sie mit klaren Antworten ab. Wie du damit in KI-Antworten sichtbar wirst, erklärt unser Artikel zur Generative Engine Optimization.
Häufige Fehler
Die meiste verschwendete Arbeit in der Keyword-Recherche geht auf ein paar immer gleiche Fehler zurück. Wer sie kennt, spart sich Monate am falschen Ziel.
Nur aufs Volumen schauen
Hohes Suchvolumen ist verlockend, aber wertlos ohne die passende Intention. Ein Keyword mit viel Volumen, das nur Stöberer bringt, füllt deine Statistik, nicht deine Pipeline. Prüfe immer, was die Menschen hinter der Zahl wirklich wollen, bevor du dich für ein Keyword entscheidest.
Suchintention ignorieren
Wenn dein Seitentyp nicht zur Intention passt, rankst du nicht, egal wie gut der Text ist. Eine Angebotsseite auf ein informationales Keyword zu optimieren, für das Google nur Ratgeber zeigt, ist verlorene Mühe. Lass immer die tatsächlichen Suchergebnisse entscheiden, welche Art Seite du baust.
Zu breite Keywords
Anfänger optimieren am liebsten auf die kürzesten, größten Keywords, genau die mit dem härtesten Wettbewerb. Für eine neue Website ist das der sicherste Weg, nie sichtbar zu werden. Geh granular vor: spezifischere Keywords bringen relevanteren Traffic und lassen sich überhaupt erst gewinnen.
Sammle Seeds aus echtem Kundenkontakt
Fünf bis zehn Themenbereiche aus dem Kopf und aus den Worten, die deine Kunden im Gespräch benutzen. Kein Tool nötig.
Erweitere mit kostenlosen Tools
Google Keyword-Planer, Suggest, Trends und AnswerThePublic. Ziel: eine lange, rohe Liste, noch nicht gefiltert.
Sortiere nach Intention
Markiere jedes Keyword als informational, transaktional oder navigational. Der SERP-Check verrät dir Googles Urteil.
Clustere zu Themen
Fasse Keywords mit gleicher Intention und gleichem Thema zusammen. Jedes Cluster wird später eine Seite.
Baue deine Keyword-Map
Ordne jedem Cluster eine URL, ein Haupt-Keyword und einen Seitentyp zu. Das ist der Bauplan deiner Struktur.
Deine ersten Schritte
Die fünf Schritte oben sind die schlanke Version des Prozesses, mit der du sofort loslegen kannst: sammeln, erweitern, nach Intention sortieren, clustern, auf Seiten mappen. Fang mit den leichten Long-Tail-Keywords an, gewinne dort erste Rankings, und arbeite dich zu den umkämpften Begriffen hoch.
Die Recherche ist kein einmaliges Projekt. Überprüfe deine Keywords alle paar Monate, denn Suchverhalten, Wettbewerb und die KI-Systeme ändern sich schnell. Genau hier setzt unsere Arbeit an: Wir bauen B2B-Websites, deren Struktur von Anfang an aus einer sauberen Keyword-Map entsteht, statt Keywords nachträglich draufzukleben. So passt jede Seite zu genau einer echten Suchintention.
Häufige Fragen
Keyword-Recherche ist die systematische Suche nach den Begriffen, die deine potenziellen Kunden in Suchmaschinen wie Google oder in KI-Tools wie ChatGPT eingeben, samt Einordnung nach Suchintention. Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste, auf die du deine Seiten ausrichtest. Sie steht am Anfang jeder SEO-Arbeit.
In sechs Schritten: Seed-Keywords aus echtem Kundenkontakt sammeln, mit Tools wie dem Google Keyword-Planer und AnswerThePublic erweitern, jedes Keyword nach Suchintention klassifizieren, Volumen und Difficulty bewerten, verwandte Keywords zu Themen clustern und jedem Cluster eine Zielseite zuordnen.
Für den Start reichen kostenlose Google-Tools: der Keyword-Planer für Suchvolumen, Google Suggest und die verwandten Suchanfragen für echte Formulierungen, Google Trends für Verläufe und AnswerThePublic oder AlsoAsked für Fragen. Wer tiefer geht, nutzt Suiten wie Sistrix, Semrush oder Ahrefs mit zusätzlicher Keyword-Difficulty und Wettbewerbsdaten.
Short-Tail-Keywords sind kurz und breit (zum Beispiel „website"), mit hohem Volumen, aber hartem Wettbewerb und unklarer Intention. Long-Tail-Keywords sind länger und spezifischer (zum Beispiel „b2b website für maschinenbau erstellen lassen"), mit weniger Volumen, aber weniger Konkurrenz, klarerer Absicht und höherer Conversion. Rund 70 % aller Suchen sind Long-Tail.
Die Suchintention. Ein Keyword mit hohem Volumen, aber falscher Intention bringt Traffic, der nie konvertiert. Ein spezifisches Keyword mit klarer Kaufabsicht bringt weniger, aber wertvollere Besucher. Prüfe immer über die Suchergebnisse, welche Absicht hinter einem Keyword steht, bevor du dich entscheidest.
Anfragen an KI-Tools wie ChatGPT sind mit rund 23 Wörtern deutlich länger als Google-Suchen mit rund 4, und rund 15 % der täglichen Suchen sind komplett neu ohne historisches Volumen. Reine Volumen-Tools stoßen an Grenzen. Du denkst besser in Themen, ganzen Fragen und echten Kundenformulierungen statt in Einzel-Keywords mit Volumen-Label.
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