Making-of FRAMEN: Eine Enterprise-Website, neu gebaut.

Eine Plattform mit 30.000+ Standorten, zwei völlig verschiedene Zielgruppen, video-lastiges Design - und am Ende grüner PageSpeed. Wie wir die Website von FRAMEN von Grund auf neu gebaut haben.

Veröffentlicht: 02.06.20269 Min. Lesezeit
FRAMEN-Logo auf dunklem Verlauf mit violettem Glow – Case Study zur neu gebauten Enterprise-Website.

FRAMEN betreibt eine Digital-Signage-Plattform mit über 30.000 Standorten in mehr als 30 Ländern - aus der Axel-Springer-Gruppe. Die alte Website hatte ein Problem, das viele wachsende Unternehmen kennen: Sie sprach zwei grundverschiedene Zielgruppen gleichzeitig an und erreichte dadurch keine richtig.

Auf der einen Seite Locations - Gyms, Hotels, Coworking-Spaces. Auf der anderen Advertiser und Agenturen. Zwei Welten, eine Seite, generische Botschaften, in denen sich niemand wiederfand.

Dieser Artikel zeigt, wie wir den Relaunch technisch und gestalterisch gelöst haben - von der Hero-Section bis zum grünen PageSpeed-Index trotz video-lastigem Design.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Zielgruppen, ein Auftritt: gelöst über separate Funnel-Welten und branchenspezifische Seitenstränge.
  • Hero im Apple-Look statt Software-Look, mit eigenen Video-AI-Rendering-Konzepten statt Stock.
  • Über 15 Seiten, mehrsprachig, mit CMS-Strukturen, die das FRAMEN-Team selbst pflegen kann.
  • Interaktive, vektorbasierte 3D-Animationen, die das Produkt erklären statt nur zu dekorieren.
  • Komplett grüner PageSpeed-Index - trotz Videos und Animationen.

Das Problem: zwei Zielgruppen, eine Stimme

Bevor die erste Design-Entscheidung fiel, haben wir verstanden, womit wir es zu tun haben. Das Projekt startete mit einem Kickoff mit der gesamten FRAMEN-Führungsebene und einer Phase, in der wir die Plattform selbst benutzt haben: eigene Accounts im Ads Manager und Screen Manager, Auswertung der Analytics der alten Seite, Wettbewerbsanalyse für beide Zielgruppen.

Das Ergebnis war eine klare Diagnose. Ein Gym-Betreiber und ein Mediaplaner haben unterschiedliche Fragen, unterschiedliche Sprache, unterschiedliche Kaufwege. Eine Seite, die beide gleichzeitig anspricht, spricht am Ende an beiden vorbei. Die Lösung musste also strukturell sein: separate Funnels pro Zielgruppe, eigene Seitenstränge für die wichtigsten Branchen.

Die Hero-Section: von Software-Look zu Apple

Für die Hero haben wir mehrere Richtungen vollständig ausgearbeitet und der C-Level-Ebene präsentiert - jeweils mit klarer Empfehlung. Aus dem Feedback entstand eine bewusste Schärfung: weniger Software-Look, mehr Apple.

Also eine weitere Iterationsrunde. Die neue Hero setzt auf ein Fullscreen-Visual, das die Screens dort zeigt, wo sie wirken: in echten Locations. Für diese Visuals haben wir eigene Video-AI-Rendering-Konzepte entwickelt und produziert, statt auf Stock auszuweichen. Das Ergebnis ist ein minimalistischer Apple-Look mit dezenten, präzise gesetzten Animationen.

Eine Erkenntnis aus dieser Phase wurde zum Designprinzip: Gym-Betreiber und Hoteliers sitzen nicht am Laptop, sie haben das Handy in der Hand. Ab diesem Punkt wurde jede Entscheidung Mobile-First getroffen.

Vergleich Vorher und Nachher: vom dichten Software-Look zum klaren, Apple-artigen Premium-Design.

Vom Konzept zum kompletten System

Aus der freigegebenen Landing Page wurde das ganze System: über 15 Seiten, darunter die getrennten Funnel-Welten für Locations und Advertiser, Pricing, Success Stories, Press, About und Blog. Dazu CMS-Strukturen für Partner-Logos, Cases und News, damit das FRAMEN-Team Inhalte selbst skalieren kann.

In dieser Phase ging es um die Details, die über Conversion entscheiden: Wo steht welcher Call-to-Action? Wie führt der Flow einen Gym-Betreiber vom ersten Scroll zur Anfrage - und einen Mediaplaner zum richtigen Produkt? Struktur, Inhalte und Flows wurden mehrfach optimiert, bis beides saß: die Wirkung der Marke und der Weg zur Anfrage.

Development: Style-System statt Abhängigkeit

Gebaut wurde die Seite in Webflow, auf einem ausführlichen Style-System: definierte Komponenten, konsistente Klassen, dokumentierte Strukturen. Das ist mehr Arbeit am Anfang - und genau deshalb der richtige Weg. FRAMEN kann die Website dadurch selbst anpassen und erweitern, ohne von uns abhängig zu sein.

Dazu kommt ein mehrsprachiges Setup mit sauberer Verzeichnis-Struktur. Das behebt eine konkrete SEO-Schwäche der alten Seite: Übersetzungen, die Suchmaschinen vorher nie gesehen haben, sind jetzt indexierbar - ein direkter Sichtbarkeitsgewinn in mehreren Märkten.

Diagramm des Style-Systems mit zentralen Komponenten, Klassen und Strukturen.

Motion & Performance: grüner PageSpeed trotz Video

Beim Motion Design haben wir umgesetzt, was das Konzept versprochen hat: interaktive, vektorbasierte 3D-Animationen, die das Produkt erklären statt nur zu dekorieren, dezente Übergänge und eine optimierte Video-Pipeline für die filmischen Hero-Inhalte.

Die eigentliche technische Leistung steckt in der Kombination: Trotz der Größe der Seite, trotz Videos und Animationen, bleibt der PageSpeed-Index komplett grün. Performance auf diesem Niveau bei video-lastigen Websites ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von konsequenter Asset-Kompression, einer durchdachten Lazy-Loading-Strategie und sauberem Code.

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Max Herzer

Max Herzer

Consultant & Business Development