Beste Agentur für Steuerberater-Websites: 7 Kriterien und ein fairer Überblick 2026

Wer macht Websites für Steuerberater? Sieben prüfbare Kriterien vom Berufsrecht über die Mandantenportal-Anbindung bis Local SEO, dazu ein neutraler Anbieter-Überblick 2026.

Veröffentlicht: 12 Min. Lesezeit
Helles Thumbnail zum Thema Agentur für Steuerberater-Websites: drei schwebende Karten mit terrakottafarbenen Icons und den Beschriftungen Clients, Careers und Portal vor porzellanblauem Hintergrund.

Eine Agentur für Steuerberater-Websites hat es mit einer Kanzlei zu tun, die zwei Probleme gleichzeitig hat. Das eine sind Mandanten, das andere sind Mitarbeiter, und in vielen Kanzleien ist das zweite inzwischen das größere. Eine Website, die nur über Leistungen spricht und den Karrierebereich als Unterpunkt im Footer versteckt, löst das halbe Problem.

Dazu kommt der berufsrechtliche Rahmen: § 57a des Steuerberatungsgesetzes erlaubt Werbung nur, soweit sie sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf ein Mandat im Einzelfall gerichtet ist. Das schließt vieles aus, was auf normalen Dienstleistungsseiten üblich ist. Dieser Artikel ist deshalb keine Rangliste, sondern eine Kriterienliste: sieben Punkte, die du an jeder Agentur von außen prüfen kannst, plus ein Überblick über Anbieter, die sich tatsächlich auf Steuerkanzleien spezialisiert haben. INSYNC steht selbst in dieser Liste, alphabetisch einsortiert und mit einer klaren Grenze: Wir machen Web-Design, Web-Entwicklung, SEO und GEO. Kein Performance-Marketing, kein Social Media, keinen Print.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die eine beste Agentur für Steuerberater-Websites gibt es nicht. Es gibt die passende, und die hängt daran, ob du Mandanten, Mitarbeiter oder beides gewinnen willst.
  • § 57a StBerG erlaubt Werbung nur, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf ein Mandat im Einzelfall gerichtet ist. Die Agentur muss das vor dem ersten Entwurf wissen.
  • Die Website endet nicht am Kontaktformular. Mandantenportal, Belegupload und Terminbuchung sind der Übergang von der Seite in die Kanzleisoftware, und dieser Übergang gehört ins Konzept.
  • Mitarbeitergewinnung ist bei vielen Kanzleien der eigentliche Auftrag. Ein Karrierebereich mit echten Einblicken schlägt jede weitere Leistungsseite.
  • Der Markt reicht vom Vorlagen-Paket und dem Website-Service des Branchendienstleisters bis zur individuell entwickelten Kanzleiseite. Bei INSYNC startet eine Kanzlei-Website bei 8.000 Euro.

Gibt es überhaupt die eine beste Agentur für Steuerberater-Websites?

Nein, die eine beste Agentur für Steuerberater-Websites gibt es nicht. Es gibt die passende, und welche das ist, hängt an einer einzigen Vorfrage: Wofür ist die Seite da. Kanzleien, die Mandanten gewinnen wollen, brauchen Leistungs- und Branchenseiten sowie lokale Sichtbarkeit. Kanzleien, die Personal suchen, brauchen einen Karrierebereich, der zeigt, wie in der Kanzlei tatsächlich gearbeitet wird. Die meisten brauchen beides, und dann geht es darum, welches der beiden die Startseite trägt.

Der Markt ist dabei klar sortiert. Es gibt spezialisierte Kanzleimarketing-Anbieter, die neben der Website auch Steuernews, Rechner, Newsletter und Drucksachen liefern. Es gibt den Website-Service des Branchendienstleisters, also DATEV. Es gibt Vorlagen-Anbieter mit Kanzlei-Fokus. Und es gibt Website-Spezialisten, die individuell gestalten und entwickeln. Alle vier Modelle beantworten unterschiedliche Fragen.

Was nicht verhandelbar ist: Wer für Steuerberater baut, muss den berufsrechtlichen Rahmen kennen. Eine Seite, die mit Ersparnis-Versprechen wirbt, ist gestalterisch vielleicht stark und berufsrechtlich ein Problem. Was inhaltlich auf eine Steuerberater-Website gehört, haben wir unter Website für Steuerberater beschrieben, dieser Artikel schaut auf die Agentur dahinter.

Woran erkennst du eine starke Agentur für Steuerberater-Websites?

Sieben Kriterien lassen sich prüfen, bevor du ein Angebot einholst. Fünf davon betreffen das, was eine Steuerkanzlei von anderen Dienstleistern unterscheidet: Berufsrecht, die Anbindung an die Kanzleiprozesse, die doppelte Zielgruppe, die Seitenstruktur und die lokale Sichtbarkeit. Zwei betreffen Technik und Zusammenarbeit.

1. Das Berufsrecht sitzt im Konzept, nicht im Nachtrag

§ 57a des Steuerberatungsgesetzes sagt es in einem Satz: Werbung ist nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Praktisch heißt das, dass die üblichen Werbeversprechen aus dem Dienstleistungsmarketing nicht funktionieren. „Wir holen mehr für Sie raus" ist ein Erfolgsversprechen. „Schwerpunkt Jahresabschluss für Handwerksbetriebe, digitale Belegverarbeitung, feste Ansprechpartner" ist eine sachliche Information, und sie überzeugt den richtigen Mandanten sogar besser.

Eine Agentur, die Steuerkanzleien kennt, formuliert von sich aus in dieser Tonlage und weiß, wo die Grenzen verlaufen: Vergleiche mit anderen Kanzleien, Rangfolgen, Erstattungs-Beispiele mit konkreten Zahlen und marktschreierische Rabattaktionen gehören nicht auf die Seite. Auch bei Bewertungen und Erfahrungsberichten ist Vorsicht geboten, weil die Verschwiegenheitspflicht schon bei der Bestätigung eines Mandatsverhältnisses berührt sein kann.

Die Prüffrage im Erstgespräch: Lass dir eine Kanzlei-Referenz zeigen und lies die Startseiten-Headline. Steht dort eine Aussage über die Kanzlei oder ein Versprechen über das Ergebnis. Die Antwort zeigt dir in zehn Sekunden, ob die Agentur den Rahmen kennt. Die berufsrechtliche Freigabe bleibt Sache der Kanzlei, aber eine gute Agentur liefert eine Fassung, die diese Prüfung übersteht.

2. Die Seite endet nicht am Kontaktformular: DATEV und Mandantenportal

Bei einer Steuerkanzlei ist die Website nur der Vordereingang. Dahinter liegen die Prozesse, die die Kanzlei täglich fahren: Belegübermittlung, Mandantenportal, Terminvereinbarung, digitale Zusammenarbeit. Eine Agentur, die das Thema nicht anspricht, baut eine Broschüre und keine Arbeitsseite.

Konkret geht es um drei Übergänge. Erstens der sichtbare Zugang zum Mandantenportal, der auf jeder Seite oben rechts erreichbar sein sollte und nicht im Untermenü versteckt. Zweitens die Erklärung, wie die digitale Zusammenarbeit funktioniert, weil genau das für viele Interessenten der Grund für den Wechsel ist. Drittens der Weg für neue Mandanten: Terminbuchung oder ein Formular, das nach den Angaben fragt, mit denen die Kanzlei entscheiden kann, ob das Mandat passt, und das keine sensiblen Steuerdaten als Freitext einsammelt.

Wichtig ist die technische Ehrlichkeit dabei. Ein Portalzugang wird verlinkt, nicht nachgebaut, und wer dir eine tiefe Integration in eine Kanzleisoftware verspricht, sollte erklären können, was genau dort integriert wird. In den meisten Fällen ist die richtige Antwort ein sauber platzierter Link, eine gute Erklärseite und ein Formular, das die Datenschutzanforderungen erfüllt.

3. Zwei Zielgruppen: Mandanten und Mitarbeiter

Steuerkanzleien suchen fast immer beides, und das ist der Punkt, an dem sich Agenturen am deutlichsten unterscheiden. Die eine baut eine Leistungsseite nach der anderen. Die andere fragt zuerst, welcher Engpass größer ist, und richtet die Startseite danach aus.

Ein ernst gemeinter Karrierebereich ist mehr als eine Stellenanzeige. Er zeigt, mit welcher Software gearbeitet wird, wie der Papierlauf tatsächlich aussieht, ob Homeoffice möglich ist, wie die Einarbeitung läuft, wer das Team ist und wie viele Mandate auf einer Fachkraft liegen. Bewerberinnen und Bewerber im Steuerbereich haben die Auswahl und prüfen genau diese Punkte, und sie prüfen sie mobil. Eine Bewerbung sollte in unter drei Minuten möglich sein, ohne Anschreiben-Pflicht und ohne ein Formular mit vierzehn Feldern.

Die beiden Zielgruppen konkurrieren dabei nicht, sie brauchen nur getrennte Wege. Ein zweiter, gleichwertiger Einstieg im Hauptmenü, eine eigene Bildsprache im Karrierebereich und eine Navigation, die nach dem ersten Klick weiß, wer da unterwegs ist, reichen aus. Was in beiden Strecken funktioniert, sind echte Fotos aus der Kanzlei statt Stockbildern mit Aktenordnern.

4. Eigene Seiten für Leistungen und Branchen statt einer Sammelseite

Mandanten suchen nicht nach „Steuerberatung", sie suchen nach ihrer Situation: Existenzgründung, Lohnbuchhaltung, Betriebsprüfung, Erbschaftsteuer, Praxisübernahme. Eine Website, die alle Leistungen auf einer einzigen Seite auflistet, hat zu jedem Thema drei Sätze und ist damit für keine dieser Suchen die beste Antwort.

Besonders wirksam ist bei Steuerkanzleien die Branchenseite. Wenn eine Kanzlei viele Handwerksbetriebe, Ärzte, Gastronomen oder Onlinehändler betreut, dann ist genau das die Information, nach der die nächsten Mandanten dieser Gruppe suchen. Eine Seite, die die typischen Fragen dieser Branche beschreibt, den Ablauf erklärt und benennt, mit welchen Systemen die Kanzlei dort arbeitet, qualifiziert die Anfrage schon vor dem ersten Gespräch. Das ist zugleich der ehrlichste Weg, sich abzugrenzen, ohne über andere Kanzleien zu sprechen.

Die schwache Variante erkennst du daran, dass acht Unterseiten existieren, die sich nur im Titel unterscheiden. Frag deshalb konkret, wer die Texte schreibt, wie viele Seiten zum Start entstehen und was der Plan für die nächsten zwölf Monate ist. Drei gute Seiten schlagen zwölf leere.

5. Local SEO für „Steuerberater plus Stadt"

Die Mandatssuche ist regional, und ein großer Teil der Entscheidung fällt im Kartenbereich von Google, bevor jemand überhaupt eine Website öffnet. Wer bei „Steuerberater Amberg" dort nicht auftaucht, ist für einen erheblichen Teil der Suchenden nicht vorhanden.

Eine Agentur, die Kanzleien versteht, behandelt deshalb das Google-Unternehmensprofil, einheitliche Kontaktdaten über alle Verzeichnisse hinweg und eine eigene Seite pro Standort als Teil des Projekts. Bei mehreren Niederlassungen bekommt jede Adresse eine eigene Seite mit eigenen Öffnungszeiten und den dort tätigen Berufsträgern. Wie das im Detail aufgebaut wird, steht in unserem Artikel zu Local SEO.

Dazu kommt seit zwei Jahren eine zweite Ebene, die im Kanzleimarkt schneller wächst als erwartet: die Vorauswahl in KI-Assistenten. Wer eine Kanzlei sucht, fragt zunehmend ChatGPT oder Perplexity nach einem Steuerberater für seine Situation und seine Region. Diese Systeme greifen auf klar strukturierte, sachlich beantwortete Inhalte zurück. Eine Kanzleiseite, die Fragen tatsächlich beantwortet statt sie nur zu bewerben, hat hier einen Vorteil. Für Kanzleien mit mehreren Standorten und einem umkämpften Markt lohnt sich eine laufende SEO-Betreuung, für die Einzelkanzlei am Ort reicht oft eine saubere Grundstruktur.

6. Barrierefreiheit nach BFSG und ehrliche Performance

Die Agentur sollte dir sagen können, ob dein Fall unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz fällt. Das Gesetz erfasst bestimmte Dienstleistungen im Verbraucherverkehr und kennt eine Ausnahme für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Sobald die Seite Buchungs- oder Vertragsfunktionen für Verbraucher enthält, wird die Prüfung ernster. Wer dir pauschal sagt, das betreffe Steuerkanzleien nie oder immer, hat sich nicht damit befasst. Die Einordnung findest du in unserem Artikel zur barrierefreien Website nach BFSG.

Unabhängig von der Rechtsfrage lohnt sich Barrierefreiheit hier praktisch. Ein Teil der Mandanten ist älter, ein anderer Teil liest die Seite auf dem Handy zwischen zwei Terminen. Ausreichende Kontraste, skalierbare Schrift, Tastaturbedienbarkeit und beschriftete Formularfelder entscheiden mit darüber, ob eine Anfrage abgeschickt wird.

Dazu die Ladezeit. Kanzleiseiten sind technisch selten anspruchsvoll und trotzdem oft langsam, weil ein Seitenbaukasten, mehrere Schriftfamilien, eingebettete Karten und ein Cookie-Banner gleichzeitig laden. Der Test dauert zwei Minuten: Nimm zwei Referenzen der Agentur und prüfe sie in den PageSpeed Insights von Google auf dem Handy. Wenn die Vorzeigeprojekte dort schwach sind, wird deine Seite es auch.

7. Spezialist statt Full-Service

Eine Agentur mit zwei Disziplinen liefert in diesen zwei Disziplinen tiefer als eine, die zusätzlich Anzeigen, Social Media, Drucksachen und Kanzleibroschüren macht. Das ist keine Wertung, sondern eine Frage der Übung. Wer jede Woche Websites gestaltet und baut, hat mehr Fälle gesehen und mehr Muster im Kopf als ein Team, das dieselbe Aufgabe alle zwei Monate zwischen zwei anderen Produkten erledigt.

Bei INSYNC sind es genau zwei Lanes: Web-Design und Web-Entwicklung auf der einen Seite, SEO und GEO auf der anderen. Die beiden hängen zusammen, weil Struktur und Sichtbarkeit dieselbe Entscheidung sind. Alles andere machen wir nicht, und das ist eine bewusste Grenze.

Die ehrliche Gegenseite ist im Kanzleimarkt besonders stark, weil es hier eingespielte Rundum-Angebote gibt. Wenn du neben der Website laufende Steuernews für Mandanten, einen Newsletter, gedruckte Mandanteninformationen, Onlinerechner und ein Karrierepaket aus einer Hand willst, dann ist ein spezialisierter Kanzleimarketing-Anbieter der bequemere Weg: ein Ansprechpartner, ein Kalender, ein Budget. Viele Kanzleien fahren gut mit einer Kombination, das laufende Kanzleimarketing bei dem einen, die Website und die Sichtbarkeit bei einem Spezialisten. Nur sollte jemand die Verantwortung für die Seite selbst tragen und sie nicht als Beiprodukt eines Pakets entstehen. Für Rechtsanwaltskanzleien gelten teilweise andere Anforderungen, die wir in beste Agentur für Kanzlei-Websites getrennt behandeln.

So findest du die richtige Agentur für deine Kanzlei

Aus den sieben Kriterien wird eine Entscheidung, wenn du sie an deinem Fall spiegelst. Drei Filter reichen: dein Ziel, dein Budget und die Größe deiner Kanzlei.

Nach Ziel: Mandanten, Mitarbeiter oder Nachfolge

Willst du Mandate gewinnen, zählen Leistungs- und Branchenseiten, lokale Sichtbarkeit und ein Kontaktweg, der die Anfrage vorqualifiziert. Willst du Personal, zählt der Karrierebereich, und die Startseite muss ihn sichtbar tragen, nicht verstecken.

Es gibt einen dritten Fall, der oft übersehen wird: Kanzleien vor einer Nachfolge oder einem Zusammenschluss. Dann ist die Website kein Akquiseinstrument, sondern ein Signal an potenzielle Nachfolger und Partner, dass die Kanzlei digital arbeitet und ein funktionierendes Team hat. Der Zuschnitt ist wieder ein anderer, mit mehr Gewicht auf Kanzleiprofil, Mandantenstruktur und Arbeitsweise. Sag der Agentur im Erstgespräch, welcher der drei Fälle bei dir vorliegt. Wer daraufhin trotzdem sein Standardpaket präsentiert, hat nicht zugehört.

Nach Budget

Unter etwa 3.000 Euro ist eine individuell konzipierte Kanzlei-Website nicht seriös darstellbar. In diesem Bereich sind ein Vorlagen-Anbieter mit Kanzlei-Fokus oder der Website-Service eines Branchendienstleisters die ehrlichere Lösung, und das ist völlig in Ordnung, wenn die Seite vor allem informieren und erreichbar machen soll. Zwischen 3.000 und 8.000 Euro liegt der Bereich der spezialisierten Kanzlei-Pakete mit Leistungsseiten, Karrierebereich und lokaler Optimierung. Darüber beginnen individuelles Design und individuelle Entwicklung. Bei INSYNC startet eine Kanzlei-Website bei 8.000 Euro, alle Stufen stehen offen auf der Seite Preise, die Einordnung des Marktes findest du unter Webdesign-Kosten.

Rechne die laufenden Kosten mit. Viele Angebote im Kanzleimarkt sind Mietmodelle mit monatlicher Gebühr für Hosting, Pflege und redaktionelle Inhalte. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Inhalte wirklich nutzt. Klär vorher zwei Dinge: Was zahlst du über fünf Jahre, und was kannst du beim Wechsel mitnehmen.

Nach Kanzleigröße

Für eine Einzelkanzlei oder eine kleine Sozietät ist ein spezialisierter Anbieter mit Paketpreis meist der pragmatische Weg. Der Abstimmungsaufwand ist gering, die berufsrechtlichen Standardfälle sind abgedeckt, und die Seite ist in Wochen online.

Ab etwa zehn Beschäftigten, mehreren Standorten oder einem klaren Recruiting-Ziel ändert sich die Aufgabe. Dann geht es um Informationsarchitektur, ein Redaktionssystem, das mehrere Leute bedienen können, einen eigenständigen Karrierebereich mit Stellenverwaltung und eine Struktur, die neue Leistungen und Standorte verträgt, ohne dass alles umgebaut wird. Das ist der Punkt, an dem individuelle Entwicklung günstiger wird als ein Paket, das jedes Jahr erweitert werden muss. Wie wir das für Steuerkanzleien aufsetzen, steht auf der Seite Webdesign für Steuerberater. Kanzleien, die Steuerberatung und Rechtsberatung unter einem Dach anbieten, sollten zusätzlich die anwaltlichen Anforderungen im Blick behalten, die wir unter Website für Anwälte beschrieben haben.

Anbieter-Überblick: Agenturen für Steuerberater-Websites 2026

Dieser Überblick ist keine Rangliste. Es sind fünf Anbieter mit sehr unterschiedlichem Zuschnitt, damit du siehst, welche Modelle es im Markt gibt und wo du anfängst zu vergleichen. Wir haben jede der genannten Websites am 9. September 2026 selbst aufgerufen und nennen nur, was dort steht: Standort, Fokus und Leistungsumfang laut eigener Darstellung. Preise Dritter nennen wir nur dort, wo der Anbieter sie selbst veröffentlicht. Die Reihenfolge ist alphabetisch.

Zur Fairness: INSYNC steht selbst in dieser Liste und nicht auf Platz eins. Wir werten niemanden ab. Miss alle fünf an den sieben Kriterien oben.

Atikon

Atikon ist laut Impressum in Pasching bei Linz in Österreich ansässig und beschreibt sich als Marketingpartner von Steuerberaterinnen und Steuerberatern seit 25 Jahren. Das Portfolio ist breit und ausdrücklich auf diese Berufsgruppe zugeschnitten: Website, Onlinenews und Infolisten, Onlinerechner, ein Newsletter-System für Steuerthemen, Suchmaschinenoptimierung inklusive GEO, Suchmaschinenwerbung, Google-Unternehmensprofil, Social Media, ein Karrierepaket zur Mitarbeitersuche sowie Grafikdesign, Logos, Drucksorten und gedruckte Steuernews.

Das ist das ausgeprägteste Full-Service-Profil in dieser Liste und passt zu Kanzleien, die laufende Inhalte und Marketingmaterial aus einer Hand beziehen wollen, statt sie selbst zu produzieren. Wer ausschließlich eine individuell gestaltete Website sucht und keine laufenden Inhalte benötigt, kauft hier mehr, als er nutzt.

DATEV

DATEV bietet Kanzleien den Website-Service direkt beim eigenen Branchendienstleister an. Laut der Seite zur Kanzlei-Website erstellt entweder DATEV selbst oder der Partner Sellwerk den Auftritt, mit einem gemeinsamen Briefing-Gespräch zu Design und Inhalt. Beschrieben sind drei Paketgrößen: Basis als One-Pager mit bis zu fünf Inhaltsabschnitten, Compact mit zwei bis fünf Seiten und Premium mit sechs bis neun Seiten. Inklusive sind laut Beschreibung unter anderem Design-Briefing, Anpassung an das Kanzleidesign, Einpflegen von Bildern und Texten, Optimierung für die gängigsten Bildschirmgrößen, SEO und Cookie-Einstellungen sowie das Anlegen von Datenschutz- und Impressumsseiten. Vorgaben zur Barrierefreiheit werden laut DATEV berücksichtigt. Dazu kommen exklusive DATEV-Inhalte für die Seite.

Das ist der naheliegende Weg für Kanzleien, die ohnehin tief in der DATEV-Welt arbeiten und eine solide, schnell umsetzbare Standardlösung wollen. Wer ein eigenständiges Erscheinungsbild, viele Branchenseiten oder besondere Funktionen braucht, stößt bei einem Paketmodell an Grenzen.

INSYNC

Das sind wir. INSYNC gestaltet und entwickelt Kanzlei-Websites individuell, mit Next.js oder Astro und Sanity als Redaktionssystem, Webflow als Option. Die zweite Lane ist SEO und GEO, also Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten. Für Steuerkanzleien heißt das konkret: eigene Seiten für Leistungen und Branchen, ein Karrierebereich, der als eigene Strecke gedacht ist und nicht als Anhang, ein sichtbarer Weg ins Mandantenportal, Hosting in der EU und eine Struktur, die weitere Standorte verträgt. Eine Kanzlei-Website startet bei 8.000 Euro, alle Stufen stehen offen auf der Seite Preise. Der Standort ist die Oberpfalz, das Team arbeitet international, ein Standort in Regensburg ist geplant.

Wofür wir nicht die richtige Wahl sind, sagen wir genauso deutlich: Wir machen kein Performance-Marketing, kein Social-Media-Management, keinen Print und keine laufenden Mandanten-Newsletter. Wer genau dieses Rundum-Paket sucht, ist bei einem spezialisierten Kanzleimarketing-Anbieter besser aufgehoben. Und für eine Einzelkanzlei mit einem Budget unter 3.000 Euro sind wir zu teuer. Was wir für Steuerkanzleien liefern, steht auf der Seite Webdesign für Steuerberater.

Steuerberater-Webdesign

Steuerberater-Webdesign wird laut Impressum von Reiner Wolf in Hettingen in Baden-Württemberg betrieben und tritt als Spezialist ausschließlich für diese Berufsgruppe auf. Auf der eigenen Seite nennt der Anbieter 24 Jahre Erfahrung, zehn Spezialisten und über 400 Projekte. Das Leistungsverzeichnis umfasst Webdesign in einer Standard- und einer individuellen Variante, Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing, SEO-Texte, Besucher-Tracking, Content-Management und Social-Media-Marketing. Der Anbieter betont ausdrücklich wettbewerbsfähige Preise für Kanzleien.

Das Profil passt zu Kanzleien, die einen langjährig auf die Branche spezialisierten Anbieter mit einem preisbewussten Zuschnitt suchen. Wer ein gestalterisch eigenständiges Erscheinungsbild oder einen modernen Entwicklungs-Stack erwartet, sollte sich vorab Referenzen zeigen lassen und prüfen, ob die Umsetzung dem entspricht, was du im Kopf hast.

taxtify

Die taxtify GmbH sitzt laut Impressum in Köln und beschreibt sich als Marketing- und Beratungsanbieter für Steuerberater. Auffällig ist der Zuschnitt der Leistungen: Neben der Kanzlei-Website stehen Mandantengewinnung, Mitarbeitergewinnung, Kanzleigründung, Kanzleioptimierung und Kanzleiverkauf im Menü, also der gesamte Lebenszyklus einer Kanzlei. Für die Website nennt der Anbieter vier bis acht Wochen von Briefing bis Launch und legt den Schwerpunkt auf technische Suchmaschinenoptimierung, lokalen Keyword-Fokus, strukturierte Daten und Texte, die auf Kontaktaufnahme ausgerichtet sind.

Das passt zu Kanzleien, die die Website als Teil einer größeren Kanzleistrategie sehen und Beratung zu Positionierung und Wachstum mitnehmen wollen. Wer nur eine Website braucht, sollte klären, welcher Teil des Angebots tatsächlich beauftragt wird.

Agenturen für Steuerberater-Websites im Überblick (Angaben laut eigener Website, Stand 09.09.2026)

AnbieterModellWeitere LeistungenStandortPreisangabe auf der eigenen Seite
AtikonKanzleimarketing als KomplettpaketSteuernews, Rechner, Newsletter, SEO und GEO, Social, PrintPasching bei Linzkeine, Angebot nach Beratung
DATEVWebsite-Pakete Basis, Compact, PremiumExklusive DATEV-Inhalte, Pflege auf WunschNürnbergkeine auf der Infoseite, drei Paketgrößen beschrieben
INSYNCIndividuelles Design und EntwicklungSEO und GEO, sonst nichtsOberpfalzab 8.000 Euro
Steuerberater-WebdesignStandard- oder individuelles DesignSEO, SEM, SEO-Texte, Social MediaHettingenkeine, Angebot nach Anfrage
taxtifyWebsite als Teil einer KanzleistrategieMandanten- und Mitarbeitergewinnung, KanzleiberatungKölnkeine, Angebot nach Erstgespräch
1

Engpass benennen

Mandanten, Mitarbeiter oder Nachfolge. Die Antwort entscheidet über die Startseite und über die Hälfte des Budgets.

2

Drei Kanzlei-Referenzen prüfen

Lies bei jeder Agentur eine Kanzlei-Referenz: Wie klingt die Startseiten-Headline, gibt es einen echten Karrierebereich, wie sieht die Seite auf dem Handy aus.

3

Prozess-Übergänge klären

Wie kommt der Mandant ins Portal, wie werden Termine gebucht, welche Daten laufen über das Formular und wo liegen sie.

4

Umfang und Folgekosten schriftlich festhalten

Seitenanzahl, Texterstellung, Fotos, Korrekturrunden, Eigentum an Dateien und Zugängen, monatliche Gebühren und Kosten pro Änderung.

5

Berufsrechtliche Freigabe einplanen

Vor dem Livegang liest ein Berufsträger die Texte gegen § 57a StBerG. Das dauert zwei Tage und erspart die unangenehme Variante.

Häufige Fragen

Websites für Steuerberater bauen vier Arten von Anbietern: spezialisierte Kanzleimarketing-Anbieter wie Atikon, der Website-Service des Branchendienstleisters DATEV mit dem Partner Sellwerk, branchenspezialisierte Webanbieter wie Steuerberater-Webdesign oder taxtify sowie Website-Spezialisten wie INSYNC, die individuell gestalten und entwickeln. Welcher Typ passt, hängt an Kanzleigröße, Budget und daran, ob du laufende Inhalte mitkaufen willst.

Je nach Modell reicht die Spanne von wenigen hundert Euro für ein Vorlagen-Paket mit monatlicher Gebühr über spezialisierte Kanzlei-Pakete im niedrigen vierstelligen Bereich bis zu individuell gestalteten und entwickelten Seiten, die bei INSYNC bei 8.000 Euro starten. Entscheidend ist der Umfang: Anzahl der Leistungs- und Branchenseiten, Karrierebereich, Texterstellung und die laufenden Kosten über fünf Jahre.

§ 57a StBerG erlaubt Werbung nur, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Sachliche Angaben zu Schwerpunkten, Branchen, Arbeitsweise, eingesetzter Software und Ablauf sind zulässig. Erstattungs- oder Ersparnisversprechen, Vergleiche mit anderen Kanzleien und marktschreierische Aktionen sind es nicht.

Eine echte technische Integration ist selten nötig und selten sinnvoll. Was zählt, ist der sichtbare Weg: ein gut platzierter Zugang zum Mandantenportal, eine Seite, die die digitale Zusammenarbeit erklärt, und ein Kontaktweg, der neue Mandanten vorqualifiziert, ohne sensible Steuerdaten als Freitext einzusammeln. Wer dir eine tiefe Integration verspricht, sollte genau erklären können, was dort integriert wird.

Über einen Karrierebereich, der zeigt, wie in der Kanzlei tatsächlich gearbeitet wird: eingesetzte Software, Anteil digitaler Belege, Homeoffice-Regelung, Einarbeitung, Team mit Gesichtern und eine Bewerbung, die in unter drei Minuten möglich ist. Bewerberinnen und Bewerber im Steuerbereich haben die Auswahl und prüfen genau diese Punkte, meist mobil. Ein Karrierebereich als Footer-Link reicht dafür nicht.

Das hängt vom Einzelfall ab. Das BFSG erfasst bestimmte Dienstleistungen im Verbraucherverkehr und kennt eine Ausnahme für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Enthält die Seite Buchungs- oder Vertragsfunktionen für Verbraucher, wird die Prüfung ernster. Unabhängig davon lohnt Barrierefreiheit praktisch, weil ein Teil der Mandanten älter ist und mobil liest.

Für Steuerkanzleien bringen Branchenseiten meist mehr, weil sie den Mandanten dort abholen, wo er sich selbst verortet. Ein Onlinehändler sucht nach einem Steuerberater für Onlinehandel, nicht nach Umsatzsteuervoranmeldung. Leistungsseiten bleiben als Grundgerüst wichtig, die Branchenseite qualifiziert die Anfrage aber besser vor und grenzt ab, ohne über andere Kanzleien zu sprechen.

Ein Kanzleimarketing-Anbieter lohnt sich, wenn du laufende Inhalte, Steuernews, Newsletter und Druckmaterial mitnutzen willst und wenig eigene Kapazität dafür hast. Ein Website-Spezialist lohnt sich, wenn du ein eigenständiges Erscheinungsbild, viele Branchenseiten, einen starken Karrierebereich oder besondere Funktionen brauchst. Viele Kanzleien kombinieren beides und trennen laufendes Marketing von der Website.

20-Minuten Gespräch, ohne Verkaufsdruck. Ihr beschreibt, was ihr vorhabt und wir sagen, ob und wie wir helfen können.

Max Herzer

Max Herzer

Consultant & Business Development