Agentur, Baukasten oder Freelancer: Wer soll deine Website bauen?

Vier Wege zur eigenen Website, mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ein ehrlicher Vergleich von DIY, Baukasten, Freelancer und Agentur nach Kosten, Qualität und Risiko, plus klare Entscheidungshilfe und die häufigsten Kostenfallen.

Veröffentlicht: 16.06.202612 Min. Lesezeit
Drei Karten für Agentur, Baukasten und Freelancer als Wege zur Website.

„Wir brauchen eine neue Website" – und sofort steht die erste Frage im Raum: selber bauen mit einem Baukasten, einen Freelancer beauftragen oder zur Agentur gehen? Alle drei Wege führen zu einer Website. Aber zu sehr unterschiedlichen.

Dieser Artikel vergleicht die drei ehrlich – nach Kosten, Zeit, Qualität, Pflege und Risiko – und sagt dir am Ende, welcher Weg zu welchem Vorhaben passt. Inklusive der Fälle, in denen ein Baukasten völlig reicht und eine Agentur überzogen wäre.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt vier Wege zur Website: selbst bauen (DIY), Homepage-Baukasten, Freelancer oder Agentur. Keiner ist pauschal richtig, jeder passt zu einer bestimmten Unternehmensphase und einem bestimmten Anspruch.
  • Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace) kostet rund 10 bis 50 Euro im Monat und ist ideal für den schnellen Start. Er stößt an Grenzen bei Wachstum, individuellem Design und SEO.
  • Freelancer liefern professionelle Qualität zu moderatem Preis, hängen aber an einer Person. Agenturen liefern strategische Rundumbetreuung und ein Team, sind aber die teuerste Option (in Deutschland oft 5.000 bis 20.000 Euro für eine Firmenwebsite).
  • Entscheide nicht nach dem Angebotspreis, sondern nach den Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) plus dem, was die Website an Umsatz einbringt. Eine billige Website, die keine Kunden bringt, ist am Ende teuer.
  • Faustregel: Je stärker die Website Umsatz bringen, Vertrauen schaffen und in KI-Antworten sichtbar sein soll, desto eher lohnt sich der Weg über Profi (Freelancer oder Agentur). Reine Präsenz ohne Anspruch geht auch günstiger.

Die vier Wege im Schnellvergleich

Bevor wir ins Detail gehen, hier die Kurzfassung. Es geht nicht nur um den Preis, den du am Anfang zahlst, sondern um Qualität, laufende Kosten und darum, was die Website deinem Unternehmen an Umsatz bringt. Wer nur auf den Angebotspreis schaut, übersieht oft die versteckten Kosten und die entgangenen Chancen.

Die Zahlen unten sind Richtwerte für den deutschen Markt 2026. Sie schwanken stark mit Umfang, Individualisierungsgrad und Standort. Nimm sie als Orientierung, nicht als Festpreis.

Baukasten, Freelancer und Agentur im Vergleich (2026)

KriteriumBaukastenFreelancerAgentur
Typische Kosten~10 bis 50 €/Monat~1.500 bis 8.000 € einmalig~5.000 bis 20.000 € einmalig
Individualitätgering (Vorlagen)mittel bis hochhoch (Maßarbeit)
Zeit bis liveStunden bis TageWochenWochen bis Monate
RisikoAnbieter-Lock-in, SEO-GrenzenAbhängigkeit von einer Personhöhere Kosten, längere Wege
Ideal fürStart, Nebenprojekt, lokalklarer Scope, KMUUmsatz-Website, B2B, Relaunch

Selbst bauen (DIY): günstig, aber selten kostenlos

Die scheinbar billigste Variante ist, die Website selbst zu bauen, meist mit WordPress oder einem Baukasten. Die direkten Kosten sind niedrig: Hosting und Domain liegen bei rund 10 bis 20 Euro im Monat, dazu vielleicht ein Theme und ein paar Plugins.

Der Haken liegt bei den versteckten Kosten. Das erste Aufsetzen einer DIY-Website kostet erfahrungsgemäß 40 bis 80 Stunden Arbeit, dazu kommen monatlich einige Stunden für Updates, Sicherheit und Pflege. Diese Zeit fehlt dir für Kunden, Vertrieb und dein eigentliches Geschäft. Genau das sind die Opportunitätskosten, die in keiner Rechnung stehen, aber real sind. Über drei Jahre summieren sie sich schnell zu einem Vielfachen der reinen Software-Ausgaben.

DIY passt, wenn dein Budget minimal ist, du technisch affin bist und die Website vorerst nur Präsenz zeigen soll. Sobald sie Umsatz bringen oder Vertrauen aufbauen soll, ist deine Zeit meist wertvoller als die Ersparnis.

Homepage-Baukasten: wenn es schnell und günstig sein muss

Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace liegen zwischen DIY und Profi. Du baust selbst, aber ein fertiges Software-as-a-Service-Tool nimmt dir Hosting, Updates und Sicherheit ab. Das Preismodell ist klar kalkulierbar: meist 10 bis 50 Euro im Monat, Domain im ersten Jahr oft inklusive.

Der große Vorteil ist Tempo und Planbarkeit. Du tauschst variable Entwicklungskosten gegen eine feste Monatsgebühr und bist innerhalb von Stunden bis Tagen online. Für Ein-Personen-Unternehmen, Nebenprojekte oder lokale Betriebe mit geringen Ansprüchen kann das dauerhaft ausreichen.

Grenzen des Baukastens

Die Rechnung kippt, sobald Wachstum, Wettbewerb oder höhere Ansprüche ins Spiel kommen. Baukästen sind bei Design begrenzt, oft schwächer bei SEO und du bist an den Anbieter gebunden. Ein späterer Wechsel bedeutet meist, von vorne anzufangen, weil sich die Seite nicht sauber exportieren lässt. Und weil die Leistungsfähigkeit begrenzt ist, bringt eine Baukasten-Website oft auch nur begrenzt Kunden. Eine günstige Website, die Umsatz kostet, wird am Ende teuer.

Freelancer: flexibel, aber an einer Person hängend

Ein Freelancer oder ein kleines Ein- bis Zwei-Personen-Studio ist das Mittelmaß zwischen DIY und Agentur. Du kaufst professionelle Expertise ein, meist günstiger und flexibler als bei einer Agentur. Die Stundensätze liegen 2026 in Deutschland grob bei 50 bis 120 Euro, ein Projekt für eine solide Firmenwebsite oft im Bereich von 1.500 bis 8.000 Euro, je nach Umfang.

Die Stärken sind direkte Kommunikation, flexible Abläufe und die Möglichkeit, gezielt nach Spezialisierung auszuwählen. Qualitativ kann ein guter Freelancer eine deutlich professionellere Website liefern als DIY oder Baukasten, und das ROI-Profil ist für viele kleine und mittlere Unternehmen sehr gut: moderate Investition, direkt spürbares Umsatzpotenzial.

Wo Freelancer an Grenzen stoßen

Das größte Risiko ist die Abhängigkeit von einer einzelnen Person. Fällt sie aus, durch Krankheit, Urlaub oder Jobwechsel, gibt es keine Vertretung, und ein neuer Dienstleister muss sich erst einarbeiten. Auch die Qualität streut stark, je nach Person. Die Ressourcen sind begrenzt: Design, Entwicklung, SEO und Text kann selten eine Person auf Top-Niveau abdecken. Kläre vorab, ob dein Projekt wirklich von einer Person allein gestemmt werden soll oder ob mehrere Beteiligte sinnvoller sind.

Agentur: wenn die Website Umsatz bringen soll

Eine Agentur ist der umfassendste und teuerste Weg. Ein interdisziplinäres Team aus Projektmanagern, Konzeptern, Designern, Entwicklern, SEO-Leuten und Textern arbeitet zusammen. Für eine klassische Firmenwebsite liegen Angebote in Deutschland 2026 häufig zwischen 5.000 und 20.000 Euro, bei E-Commerce oder individuellen Webanwendungen sind 20.000 bis 50.000 Euro keine Seltenheit.

Der Preis entsteht durch das arbeitsteilige Setup und die strategische Vorarbeit: Analyse von Geschäftsmodell, Zielgruppe und Wettbewerb, sauberes UX-Konzept, konsequente Qualitätssicherung über alle Disziplinen und eine Website, die von Anfang an als Marketing-Plattform gedacht ist. Genau das kann die Kosten für die Kundengewinnung senken, weil Besucher besser geführt und häufiger zu Anfragen werden. Der Vorteil entfaltet sich aber nur, wenn genug Traffic da ist oder aktiv Marketing läuft.

Wann eine Agentur nicht der richtige Weg ist

Eine Agentur ist kein kurzfristiges Sparmodell, sondern ein langfristiger Hebel, dessen ROI zeitverzögert und abhängig vom Reifegrad des Unternehmens entsteht. In der Gründungsphase, bei sehr kleinem Budget oder unklarem Geschäftsmodell ist der strategische Overhead oft mehr Aufwand als Nutzen. Auch wenn du schnelle, direkte Kommunikationswege brauchst oder das Angebot sehr klar und stabil ist, kann ein Freelancer die bessere Wahl sein. Ein guter Mittelweg: erst mit einer soliden Freelancer-Basis starten und später, bei wachsendem Bedarf, gezielt eine Agentur für Relaunch oder strategische Weiterentwicklung holen.

Wie entscheidest du dich richtig?

Statt nach Bauchgefühl zu wählen, hilft es, an vier Fragen entlangzugehen. Sie zeigen dir schnell, welcher Weg zu deiner Situation passt.

Budget: Wie viel Geld steht wirklich zur Verfügung, einmalig und laufend? Ein knappes Budget führt oft zu Baukasten oder Freelancer, ein strategisches Budget zur Agentur.

Funktionsumfang und Komplexität: Reicht eine einfache Präsenzseite, oder brauchst du individuelles Design, Schnittstellen, einen Shop oder komplexe Nutzerführung? Je komplexer, desto eher Profi.

Zeit und Know-how: Wie viel Zeit kannst du selbst investieren, und wie vertraut bist du mit Website-Technik? Wenig Zeit und wenig Technik-Nähe sprechen gegen DIY.

Rolle der Website: Ist sie reine Visitenkarte oder soll sie aktiv Umsatz bringen und Vertrauen aufbauen? Je mehr sie leisten soll, desto mehr lohnt sich die Investition in Qualität.

Die häufigsten Kostenfallen beim Beauftragen

Egal welchen Weg du wählst: Ein paar Fehler tauchen immer wieder auf und kosten am Ende viel Geld. Wer sie kennt, verhandelt besser und wird seltener über den Tisch gezogen.

Template statt versprochener Maßarbeit

Viele Agentur- und Freelancer-Projekte werden ganz oder teilweise mit fertigen Design-Vorlagen oder Baukästen umgesetzt. Das ist völlig in Ordnung, solange es transparent kommuniziert und fair bepreist wird. Problematisch wird es, wenn du den Preis für eine handgemachte Website zahlst und in Wahrheit eine leicht angepasste Vorlage bekommst. Frag vor Vertragsabschluss klar nach, ob mit fertigem Template, Baukasten oder von Grund auf gearbeitet wird. Besonders bei WordPress, Webflow und Framer lohnt die Nachfrage.

Laufende Kosten und unnötige Wartungsverträge

Der günstigste Erstpreis nützt nichts, wenn die Folgekosten explodieren. Plane laufende Kosten realistisch ein: Hosting (5 bis 50 Euro im Monat), Domain, Plugin- und Lizenzkosten (schnell 300 bis 600 Euro im Jahr) sowie Wartung. Umgekehrt gilt: Nicht jede Website braucht einen teuren monatlichen Wartungsvertrag. Bei Systemen wie Webflow, Shopify oder Framer reicht oft eine Prüfung alle paar Monate. Frag bei jedem Angebot explizit nach den laufenden Kosten und lass dir keinen Wartungsvertrag fürs Nichtstun aufschwatzen.

Barrierefreiheit nicht mitgeplant

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Viele Websites, die sich an Endverbraucher richten, müssen grundlegende Barrierefreiheit erfüllen, etwa ausreichende Kontraste, Tastaturbedienung und Screenreader-Tauglichkeit. Kleinstunternehmen (unter zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz) sind bei Dienstleistungen ausgenommen, aber Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet und abgemahnt werden. Von Anfang an mitgeplant kostet Barrierefreiheit etwa 10 bis 20 Prozent Aufschlag, nachträglich nachrüsten ist deutlich teurer. Kläre das Thema vor der Beauftragung.

So findest du den passenden Anbieter

Hast du dich für Freelancer oder Agentur entschieden, ist der Weg zum guten Angebot immer derselbe. Definiere zuerst deine Ziele und Anforderungen: Art der Website, wichtigste Funktionen, Seitenumfang, Designvorstellungen, Budget und Zeitrahmen. Je klarer dein Briefing, desto vergleichbarer die Angebote.

Recherchiere dann gezielt statt breit. Sieh dir das Portfolio und die eigene Website möglicher Anbieter an, denn beides zeigt ihr echtes Niveau. Spezialisierte Anbieter sind oft besser als Full-Service-Agenturen, die alles anbieten. Hol mindestens zwei bis drei Angebote ein und vergleiche nicht nur den Preis, sondern Leistungsumfang, Referenzen, Zeitplan, Support und Vertragsbedingungen wie Nutzungsrechte und Gewährleistung.

Genau hier setzt unsere Arbeit an: Wir bauen B2B-Websites, bei denen Struktur, Ladezeit, Botschaft und Vertrauensaufbau von Anfang an auf Umsatz und Sichtbarkeit ausgelegt sind, statt sie nachträglich zu optimieren. Wenn deine Website mehr sein soll als eine Visitenkarte, ist der Profi-Weg die ehrlichere Investition.

Häufige Fragen

Es kommt auf deine Situation an. Ein Baukasten passt für den schnellen, günstigen Start und einfache Präsenzseiten. Ein Freelancer liefert professionelle Qualität zu moderatem Preis, hängt aber an einer Person. Eine Agentur passt, wenn die Website Umsatz bringen soll, komplex ist oder strategische Betreuung braucht. Entscheide nach Budget, Komplexität, deiner Zeit und der Rolle, die die Website spielen soll.

Als Orientierung für Deutschland 2026: Eine Baukasten-Website kostet rund 10 bis 50 Euro im Monat. Ein Freelancer setzt eine solide Firmenwebsite oft für 1.500 bis 8.000 Euro um. Eine Agentur liegt bei einer klassischen Firmenwebsite häufig zwischen 5.000 und 20.000 Euro, bei Shops oder Webanwendungen deutlich darüber. Die Preise schwanken stark mit Umfang und Individualisierungsgrad.

Selbst machen lohnt sich bei kleinem Budget, technischer Affinität und einer einfachen Website. Sobald individuelles Design, gute SEO oder komplexere Funktionen wichtig werden, ist die professionelle Umsetzung die bessere Investition. Der Grund: Die Zeit, die du als Nicht-Profi investierst, übersteigt die Profi-Kosten oft deutlich, und das Ergebnis bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

Rechne mit Hosting (5 bis 50 Euro im Monat), Domain (1 bis 3 Euro im Monat), gegebenenfalls Plugin- und Lizenzkosten (schnell 300 bis 600 Euro im Jahr) sowie optionaler Wartung und Content-Pflege. Realistisch liegen die laufenden Kosten bei 50 bis 500 Euro im Monat, je nachdem wie ernst du Wartung, Sicherheit und Inhalte nimmst. Nicht jede Website braucht aber einen teuren Wartungsvertrag.

Seit dem 28. Juni 2025 verpflichtet das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) viele Unternehmen, die sich an Endverbraucher richten, zu grundlegender Barrierefreiheit. Kleinstunternehmen (unter zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz) sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro und Abmahnungen geahndet werden. Kläre das Thema vor der Beauftragung, denn nachträglich nachrüsten ist deutlich teurer.

Prüfe vor allem das Portfolio und die eigene Website des Anbieters, beides zeigt das echte Niveau. Achte auf Erfahrung in deiner Branche, echte Referenzen und die Möglichkeit, ehemalige Kunden zu kontaktieren. Hol mehrere Angebote ein und vergleiche Leistungsumfang, Zeitplan, Support, Nutzungsrechte und Gewährleistung, nicht nur den Preis. Spezialisierte Anbieter sind oft besser als Full-Service-Agenturen, die alles anbieten.

20-Minuten Gespräch, ohne Verkaufsdruck. Ihr beschreibt, was ihr vorhabt und wir sagen, ob und wie wir helfen können.

Max Herzer

Max Herzer

Consultant & Business Development